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Info U-Bahn Billstedt

Thema: Der Kontrast zwischen "Ruhe" und "Bewegung" & die Hamburger Hochbahn AG in der Zukunft

Jahr: 2006

Größe: 60 x 3,5 Meter

Dauer: 2 Monate

Auftraggeber: Hamburger Hochbahn AG

Standort: U-Bahnstation U2 Billstedt, 22111 Hamburg

Ausführende Künstler: Nulon

U-Bahn Billstedt

Der Kontrast zwischen "Ruhe" und "Bewegung" & die Hamburger Hochbahn AG in der Zukunft

Als letztes Unternehmen in Reihe vieler Konzerne welche enorme Schwierigkeiten mit der Akzeptanz der Graffitikunst hatten, entschloss sich der Vorstand der Hamburger Hochbahn ein Graffiti zu realisieren. Diese Änderung der grundsätzlichen Haltung resultierte auch aus der Tatsache, dass der Vorstand sehr positiv vom Graffitiprojekt „ Streetcolours – Tolles aus der Dose“ angetan war. (Im Jahre 2002 wurden die Widerlager der ersten Bundesbrücke Deutschlands, in Hamburg – Jenfeld, von GBNF - Graffitiz gestaltet.)

Die Hamburger Hochbahn AG ist das größte Städtische Verkehrsunternehmen und das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland. Die Hamburger Hochbahn AG befördert Personen in Bussen, Zügen und auch auf dem Wasser (Alster – und Hafenfähren).

Im Zuge des Neubaus des Technik- Gebäudes im Gleisbereich - Elektronisches Stellwerk City Ost - an der U-Bahn Haltestelle Billstedt 2005/06, wollte die Hochbahn eine Gesamtgestaltung aller vier Fassaden realisieren (60 m Länge x 3,5 m Höhe). Das Motiv wurde zusammen mit Ingenieuren der Abteilung Haltestellenmanagement entwickelt. Die Idee bestand darin, die verschiedenen Transportmöglichkeiten des Unternehmens darzustellen. Zudem sollten die Fahrgäste, die befördert werden, gemütlich sitzend im Kunstwerk verewigt sein.

Diese Ruhe und das Wohlfühlen der Fahrgäste ist ein sehr wichtiger Anspruch des Unternehmens und wurde zur vollen Zufriedenheit im Graffiti umgesetzt. Unsere Agentur schlug auch vor, gerade weil die Hamburger Hochbahn AG auf Innovationen wie z.B. die Wasserstoffbusse setzt, diesen Gedanken weiter zu entwickeln und auch eine Zukunftsprognose zu entwickeln. Die Transportmöglichkeiten der Zukunft selber zu entwerfen und dann zu sprühen, war auch eine Herausforderung und machte besonders Freude.

Die Vorentwürfe gelangten in hierarchischer Ordnung bis hin zum Vorstand. Nach einigen kleinen Änderungen waren alle begeistert vom letzten überarbeiteten Endentwurf. Allesamt gaben einvernehmlich Ihre Zustimmung und so konnte das Graffiti im Sommer 2006 entstehen. Das Sprühen im Gleisbereich stellte sich schwieriger dar, als angenommen weil immer ein Sipo (Sicherungsposten – Sicherungswachmann) anwesend war und somit auch aus Kostengründen, die volle Tageszeit ausgenutzt werden musste, d.h. es wurde von 8.00 Uhr -22.00 Uhr täglich gesprüht, ausgenommen am Wochenende.

Erschwerend war zusätzlich der enorme Zugverkehr in diesem Gleisabschnitt. Da in Hamburgs Osten die meisten Menschen leben, fahren auch dort die meisten Züge. Morgens und abends zu den bekannten Stoßzeiten im 5 Minuten Takt und ansonsten alle 10 min. Das sind schnell über hunderte von Zügen im Pendelverkehr Stadtein- /auswärts täglich.

Eine Seite des Gebäudes lag weniger als 50 cm vom Gleis entfernt, so dass es nicht möglich war ein Baugerüst aufzubauen. Es blieb dem Künstler nichts anderes übrig, als nachts diese Seitenfläche zu gestalten. Nur nach Abfahren des letzten Zuges gegen 0.00 Uhr bis zum Eintreffen des ersten Zuges um 5.00 Uhr durfte (unter Aufsicht natürlich) gesprüht werden. Diese erste legale Nachtschicht war sehr ungewohnt. Hinzu kam, dass es der heißstete Sommer seit der Wetteraufzeichnung war, was das Sprühen nahezu unerträglich machte. Spitzentemperaturen von bis 38 C wurden erreicht und in der prallen Sonne bis zu 70 C. Diese extremen Bedingungen, stellten wirklich hohe körperliche Ansprüche an den Künstler.

Trotz all dieser Widrigkeiten wurde der Zeitplan eingehalten, was man dem Bild absolut nicht ansieht. Bis heute ist das Graffiti unversehrt zu bewundern. Zudem ist diese innovative Darstellung und Präsentation des Unternehmens ein wirklicher Hingucker für alle Fahrgäste. Mit großer Begeisterung wurde das Kunstwerk von den Fahrgästen aufgenommen und die gesamte Haltestelle wirkt in einem kreativen Glanz.

 


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